Die kommende Bundesregierung muss nun endlich einen verbindlichen Fahrplan vorlegen. Wie können die großen vor uns stehenden (Um-)Bauaufgaben innerhalb klar definierten, wissenschaftsbasierten Grenzen z.B. aus dem Klimaschutzgesetz funktionieren? Der Bausektor muss nun Teil der Lösung werden dürfen. Anspruchsvolle Zielanforderungen, überfällige ganzheitliche, unabhängige Betrachtungen des Lebenszyklus inklusive der Grauen Energie u.a. der Herstellungsphase von Baumaterial und zielführendere Förderprogramme sind notwendig. Nicht nur die Energieeffizienz sondern auch der Zeitpunkt der Emission, ist als Hebel beim Bauen im Hinblick auf die Klimaziele jetzt extrem wichtig. In Deutschland sind wir demgegenüber aber noch bewusst blind. Das Eine ist jedoch nicht gegen das Andere auszuspielen. Mit Innovationen geht oft beides Hand in Hand. Innovationen bei Baustoffen, Bauweisen, Bauentscheidungen zur Fossilfreiheit oder gar Klimaentlastung müssen gegenüber nur etwas „klimafreundlicheren“ aber letztlich nicht zielführenden Technologien zu Tage treten dürfen. Transparent kommunizierte Absenkwerte in Etappen ermöglichen hierbei sichere unternehmerische Planung und Investition in Leitmärkte, statt Disruption über Nacht!
Damit klimaneutrales und ressourcensparendes oder auch einfach unschädliches Bauen tatsächlich abgefragt wird, muss flächendeckend objektiver gemessen, bewertet und dann auch damit verbindlich gearbeitet werden. Unsere Nachbarländer geben hier schon lange den Takt vor. Dazu haben wir in Zusammenarbeit mit natureplus e.V. mit dem Forderungspapier für die Koalitionsverhandlungen 2025 einen Minimalkonsens unter vielen Bauakteur*innen gefunden.
Deklarationspflicht gefordert: Nachhaltiges Bauen und
Lebenszyklusbetrachtung mit zielführenden Grenzwerten müssen zunächst mindestens für größere Vorhaben und insbesondere für die öffentliche Hand verpflichtend sein. Die Bauwende wird kommen, weil sie heute schon messbar besser, gute Praxis und schlicht überfällig ist. Industrie und die meist kleinen und mittelständischen Unternehmen wollen sich auf die kommende Transformation einstellen können. Deutschland ist spät dran und agiert bei der Begrenzung der Lebenszyklusemissionen des immer noch weitgehend fossilen Bauens mit einer Salamitaktik. Baubeteiligte brauchen nun von der Bundesregierung einen verbindlichen, ambitionierten und gut kommunizierten Fahrplan, wie es uns z.B. Dänemark und auch die Niederlande und Frankreich vor machen.
Offener Brief an die Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen. Deutschland soll eine Vorreiterrolle einzunehmen und einen Großteil der angekündigten 400.000 Wohnungen pro Jahr im Bestand, klimagerecht, ressourcenschonend und kreislaufgerecht erschließen. Nach ermitteltem, tatsächlichem Bedarf. (siehe: Wohnflächeneffizienz)
Ein Bauprogramm von 400.000 Wohnungen pro Jahr ist sozial, wenn Menschen für ihre bereits hohen Mieten gesund-saniert, angemessen-dimensioniert, leistbar-klimaneutral leben können – unter gleichen Lebensbedinungen in Stadt und Land. Nötig: Klares Signal für den Umbau der größten Ressource, den Bestand, mit längst fälliger Tiefensanierung, Neubau als Umnutzung und Nachverdichtung, kreislaufgerecht und klimapositiv verstanden von Anfang an.
Gemeinsam mit dem Netzwerk Ressourcenwende fordern wir mit dem Brief an Bundesbauministerin Klara Geywitz eine soziale und ökologische Wohn- und Bauwende.
Es ist heute mehr als deutlich, dass nur sozial, nicht mehr sozial genug ist, in einer sich schnell wandelnden Welt.
Eine sozialökologische Sanierung und Baukultur mit Maß muss zum Standard werden, ohne Trennstrich. Damit nicht mehr das eine gegen das andere aus ökonomischen Interessen heraus ausgespielt wird, was ohnehin zusammen gehört und die Grundlage für unser weiteres Zusammenleben unabhängig vom Einkommen darstellt.
Hierfür fehlt der politische Rahmen.
BAUWENDE e.V. unterstützt die Petition der Architects For Future mit dem Titel „Bauwende JETZT!“.
Factsheet „Wohnflächen-Effizienz: Klimaschutz und mehr mit dem Probound-Effekt“ (Download)
Eine effizientere Nutzung der vorhandenen Wohnfläche bietet immense Potentiale dafür, Klima und Ressourcenschutz mit einer guten Wohnraumversorgung unter einen Hut zu bringen.
Lösungsansätze dafür sind vorhanden. Jetzt gilt es, sie voranzubringen!
Factsheet „Die graue Energie: Der entscheidende Hebel für Klimaschutz beim Bauen“ (Download)
Den Wandel hin zu einer Bauweise, die den notwendigen Beitrag zur Erreichung der Klimaziele und der Nachhaltigen Entwicklungsziele leistet, bezeichnen wir als Bauwende. Es werden dabei die Auswirkungen der Bauweise auf alle Phasen betrachtet, also von der Herstellung der Baumaterialien über die Erstellung der Bauwerke, deren Nutzung, bis hin zur Demontage und Wiederverwertung.
- Es ist die Mission der BAUWENDE dafür zu sorgen, dass die politischen Rahmenbedingungen so gestaltet werden, dass Klimaschutz und Ressourcenschonung am Bau zu entscheidenden Faktoren bei der Auswahl der Art werden, wie gebaut wird.
Bauwende: Warum?
Der Bausektor ist für erhebliche Anteile des Energieverbrauchs, der Rohstoffentnahmen aus der Natur sowie der Abfallmassen verantwortlich und trägt in hohem Maße zur Klimaerwärmung bei. Wir widmen uns der Bauwende, weil hier enorme Verbesserungs- und Lösungspotenziale für den Klimaschutz, Biodiversität und einen verantwortlicheren Umgang mit Ressourcen liegen. Und das muss noch nicht einmal mehr kosten. Worauf warten wir also noch? Mehr lesen …
Was wir tun
Die BAUWENDE wirkt auf die Schaffung von politischen Rahmenbedingungen hin, die dafür sorgen, dass Klimaschutz und Ressourcenschonung beim Bauen gefördert und gefordert werden. Die BAUWENDE entwickelt Konzepte und Strategien für eine solche Bauweise und informiert Politik und Fachöffentlichkeit über die Vorteile und positiven Effekte dieser Art zu bauen. Mehr lesen …
Über uns
Die BAUWENDE ist Denkfabrik und Impulsgeber für Klimaschutz und Ressourcenschonung am Bau. Wir sind ein im Jahr 2017 in Verden (Aller) gegründeter gemeinnütziger Verein, der unabhängig von wirtschaftlichen und parteipolitischen Interessen klimaschützendes und ressourcenschonendes Bauen auf die Agenda von Politik und Gesellschaft hebt. Mehr lesen …